Hinter Nenda liegen intensive Monate. Ende letzten Jahres veröffentlichte sie mit „KRRRA“ ihr Debütalbum. Ein Projekt, das weit über die Musik hinausging, wie sie erzählt: „Man denkt am Anfang, dass man Songs schreibt und sie aufnimmt. Aber dann kommen noch zwanzig andere Dinge dazu.“ Visuals, Pressearbeit, Release-Strategien, Merch – und noch ist sie gar nicht ganz fertig: „Ich muss die Lyrics noch veröffentlichen“, lacht die Künstlerin.
Stolz über ihr erstes Album, folgte vor Kurzem – für Nenda überraschend, wie sie sagt – die nächste gute Nachricht: Im Rahmen der Amadeus Austrian Music Awards erhielt sie den FM4 Award. Eine Auszeichnung, die für Nenda besonderes Gewicht hat, weil sie direkt vom Publikum kommt: „Dass sich Leute aktiv die Zeit nehmen und für mich voten, bedeutet mir extrem viel.“
Zeit zum Innehalten bleibt aber kaum, denn parallel hat bereits ein neues Kapitel begonnen – diesmal nicht im Studio, sondern am Tiroler Landestheater.
Nestroy in der Gegenwart.
Für die Inszenierung von Johann Nestroys „Der Talisman“ unter der Regie von
Dominique Schnizer übernimmt Nenda gemeinsam mit Bernhard Neumaier die musikalische Gestaltung. Die Zusammenarbeit kam über das Regieteam zustande. Während Bernhard Neumaier bereits mehrfach mit Schnizer an Nestroy-Produktionen gearbeitet hat, wurde Nenda neu ins Team geholt, um Texte und Musik zu entwickeln.
Gemeinsam entstehen Songs, Übergänge und neue Texte, die das Stück in die Gegenwart holen. „Uns interessiert, wo Nestroy aufhört und Nenda anfängt“, beschreibt Neumaier den Ansatz. Eine klare Trennlinie soll es dabei bewusst nicht geben. Stattdessen entsteht ein fließender Übergang zwischen Original und Neuinterpretation.
Diese Herangehensweise knüpft direkt an Nestroy selbst an. Schon im 19. Jahrhundert arbeitete er mit aktuellen Anspielungen und brachte politische Kommentare auf die Bühne, nicht selten mit rechtlichen Konsequenzen. Diese Offenheit wird weitergeführt. „Die Texte verändern sich laufend“, sagt Nenda. „Man kann immer noch etwas einbauen, was gerade passiert.“
Auch musikalisch bewegt sich die Produktion bewusst zwischen den Welten. Bestehende Motive aus der Originalpartitur werden aufgegriffen, neu interpretiert oder durch eigene Kompositionen und bereits bestehende Songs von Nenda ergänzt.
Ein zentrales Element ist dabei das sogenannte „Quodlibet“, eine Art Medley, das traditionell verschiedene bekannte Melodien miteinander verbindet. Was früher Opernparodien waren, wird heute zu einer Mischung aus Austropop und internationalen Einflüssen.
Wichtig ist den beiden Musiker:innen, dass alles live gespielt wird. Für Neumaier ein wesentlicher Unterschied, „weil man auf das reagieren kann, was auf der Bühne passiert“.