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Alles neu, alles besser?

Die Marke Innsbruck hat ein Re-Design verpasst bekommen.

Das Ziel: moderner wirken, digital besser funktionieren und die Identifikation mit der Stadt stärken. Neue Farben, ein gespaltenes Logo und ganz besondere Momente sollen’s richten.

Aufmerksamen Stadt­benutzer:innen ist es vielleicht schon aufgefallen: das neue Innsbruck-Logo. Auf den ersten Blick sieht es fast genauso aus wie bisher. Der Unterschied liegt vor allem im Abstand. Aus „INNS’BRUCK“ wurde ein auseinandergezogenes Gestaltungselement: Auf Plakaten findet sich jetzt ganz oben das „INNS’“ und ganz unten das „BRUCK“. Dazwischen gibt’s Platz für Botschaften aller Art. Laut den Verantwortlichen rund um die Stadt Innsbruck, das Innsbruck Marketing und den Innsbruck Tourismus soll das Logo, das von der Linzer Agentur „Gruppe am Park“ entworfen wurde, als gestalterisches Element verstanden werden. Dazu kommen stärkere Farbkontraste für bessere Lesbarkeit sowie ein Auftritt, der auch digital besser nutzbar sein soll.

Das Ziel hinter dem Re-Design? Ein moderneres Erscheinungsbild und vor allem mehr Identifikation mit der Marke Innsbruck. Das soll nicht zuletzt über Beteiligung passieren: Über die neu geschaffene Plattform „Innnsbruck Momente“ können Innsbrucker:innen, aber auch Besucher:innen ihre persönlichen Erlebnisse in der Stadt teilen.

Was hat das gekostet?

Für das Re-Design haben Innsbruck Marketing und Innsbruck Tourismus jeweils 164.000 Euro ausgegeben, weitere 50.000 Euro gingen in Marktforschung und „begleitende Maßnahmen des Tourismusverbandes“. Macht in Summe 378.000 Euro.

Zur Einordnung: Schon die letzte Logo-Änderung 2010 sorgte für Diskussionen. Damals wurde der bis heute verwendete Apostroph in „INNS’BRUCK“ eingefügt.

Diese Worttrennung sorgte für wenig Begeisterung. Wie das noch stärkere Auseinanderziehen des Logos aufgenommen wird, wird sich zeigen. Zudem wurden auch die Kosten von 250.000 Euro für das Corporate Design kritisiert. Inflationsangepasst wären das heute mehr als 390.000 Euro. Insofern wirkt das aktuelle Re-Design schon fast wie ein Schnäppchen.

Wer hat’s gemacht?

Den Open Call für das „Re-Design Corporate Design Marke Innsbruck“, der bis Feber 2024 lief, entschieden die Linzer Agentur „Gruppe am Park“ und „himmel. Studio für Design und Kommunikation“ aus Innsbruck für sich. Ziel des Wettbewerbs war laut Ausschreibung ein „klärendes, stärkendes, aktives Markenmanagement“.

Die Agentur „Gruppe am Park“ beschreibt das Design auf ihrer Homepage so: „Zentraler Bestandteil des Designsystems ist die Klammer rund um ‚INNS’BRUCK‘. Sie gibt Inhalten Raum, der Stadt eine Bühne und verdichtet, was Innsbruck ausmacht. Alpin und urban zugleich, mit ungewöhnlich hoher Dichte auf kleinstem Raum.“

Die Umsetzung des neuen Designs soll schrittweise erfolgen. Bestehende Materialien werden weiterhin verwendet, um Kosten und Ressourcen zu sparen. Zu sehen ist das neue Design bereits im aktuellen „Innsbruck informiert“, auf den „Innsbruck Momente“-Plakaten und auf einer digitalen Stele, die zunächst am Bozner Platz stand und jetzt in die Maria-Theresien-Straße übersiedelt ist.

Dass das mit der Identifikation und Partizipation noch nicht ganz so reibungslos funktioniert wie erhofft, zeigt ein Blick auf die Plattform „Innsbruck Momente“.

Die Suche nach besonderen Momenten

Damit sich die Bevölkerung stärker mit Innsbruck identifiziert, wurde die digitale Plattform „Innsbruck Momente“ geschaffen. Innsbrucker:innen können dort ihre persönlichen Erlebnisse teilen. Das funktioniert ganz unkompliziert: Ort auswählen, Pin setzen, Kategorie wählen – Essen, Natur, Feiern, Begegnungen, Kultur, Sport, Uni/Arbeit und Sonstige – und den eigenen Innsbruck-Moment in maximal 200 Zeichen beschreiben.

Die Beiträge erscheinen anschließend anonym auf einer interaktiven Karte und werden zusätzlich über digitale Kanäle ausgespielt. Das Ganze ist sogar so einfach, dass das Tool bisher mehr für Gratiswerbung und Seitenhiebe gegen Deutsche genutzt wird, was so wohl eher nicht beab­sichtigt war.


Best-of „Innsbruck Momente“

Wir haben uns durch die rund 150 Einträge (Stand 29. Mai 2026) auf www.innsbruckmomente.at geklickt und sind dabei auf viel Unterhaltsames gestoßen. Unsere Highlights:

Ganz viele Momente der Liebe für Innsbruck, sogar auf Englisch:

  • Schön hier
  • Wonderful view of colourful buildings at the Markplatz!
  • Ich bin zum ersten Mal in der Stadt und ich komme wieder. So Gott will.
  • Ausblick vom Planötzenhof - traumhaft (Anm.: gepinnt auf Sieglanger)

In der Reichenau und im O-Dorf gibt es offenbar keine Innsbruck-Momente.


Schwer kategorisierbare Momente:

  • Für alle deitschn, da gehts Richtung Heimat (Anm.: auf Autobahn gepinnt)
  • I love drinking
  • Neu Asphaltierung dieser Straße!
  • Mnäh!
  • i kissed mygirlfriend

Und dann noch ganz viele Momente, bei denen man fast den Zusatz „bezahlter Inhalt“ vermisst:

  • Beim Schützenwirt in Sankt Nikolaus da ist jeder gern zu Haus. Der Walter steht am Tresen klar und das ist wunderbar.
  • Nur einer von über 200 Momente um zu allen anderen zu kommen - die Haltestellen der IVB, verlässlich, sicher, 24/7 und mit Stil
  • In der Liquid Diary Cocktailbar einen Drink auf Weltklasse-­Niveau genießen
  • Auf an Ratscher und a glutenfreie Innsbruck Torte zur Almut ins Munding und den #mundingmoment genießen
  • sports, business und entertainment findet in der olympiaworld innsbruck statt

Welch Glück, dass wir einen Flughafen haben, der uns an die Welt anbindet und wir den Menschen aus vielen Ländern unser schönes Innsbruck zeigen können! Zugleich unverzichtbarer Wirtschaftsmotor!


Besondere Momente auf den wichtigsten Sportplätzen der Stadt:

  • Sich mit dem BMX auf dem Landhausplatz verausgaben, mit Blick auf die Nordkette ...
  • „Von den grün- schwarzen Bergen kommen wir …!“ Beste Fangemeinde die du in den Alpen und weit darüber hinaus findest! FC Wacker Innsbruck!!!
  • Am olympischen Eiskanal trifft nostalgischer Flair auf modernisierte Sportstätten!
Text: Markus Wechner
Fotos: Franz Oss