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MÄRZ 2016

Dramawas

In zwei Tagen zum Regisseur

Wer glaubt, es sei unmöglich, in 48 Stunden einen Film zu produzieren,
der lasse sich bei „Kino Dramawas“ eines Besseren belehren. Denn auch mit wenig Zeit und knappen Ressourcen lassen sich tolle Resultate erzielen.

Fotos: Emanuel Kaser (2), Dramawas
S

eit der Entstehung im Jahr 1999 in Montréal/Kanada hat sich die Bewegung „Kino Kabarett“ nach und nach über den ganzen Erdball verbreitet und ist seit 2012 auch in Innsbruck präsent. Schon damals lud die Bäckerei aktive Anhänger des „Kino Kabaretts“ ein, um zu zeigen, wie viel Spaß bewegte Bilder machen können. Auch dieses Jahr wird die Bäckerei das Projekt „Kino Dramawas“ ausrichten und die ambitionierten Filmemacher von der Vorbereitung bis zum Schnitt unterstützen.

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Von 28. März bis zum 2. April 2016 geht das Spektakel zum dritten Mal in der unter dem Motto „Do well with nothing, do better with little and do it right NOW!“ über die Bühne. Die Resonanz auf die Veranstaltung war bisher durchwegs positiv. So berichtet Laura Boob, Organisatorin von Dramawas: „Von Jahr zu Jahr zieht das Kino Kabarett immer mehr Menschen in seinen Bann. 2015 waren es bereits 40 Filmbegeisterte, die beim finalen Screening einem begeisterten Publikum von 150 Menschen über 30 Kurzfilme präsentierten.“ Auch dieses Jahr werden wieder zahlreiche Teilnehmer erwartet, wenn es heißt: Film ab!

Wettkampf gegen die Zeit.

Filme machen, das kann jeder. Bei Kino Dramawas spielt es keine Rolle, wie alt oder jung man ist oder wie viel Erfahrung man schon vor und hinter der Kamera gesammelt hat. Jeder ist willkommen. Mitbringen muss man nur Motivation und Begeisterung am Film, egal, ob man sich als Schauspieler, Kameraführer oder Regisseur versuchen möchte. Damit soll die Veranstaltung Menschen aus aller Welt zusammenführen, die Filme machen wollen, und jegliche Barrieren aus dem Weg räumen. Bei einem ersten Treffen haben die Teilnehmer die Chance, Ideen auszutauschen, Gruppen für ein Projekt zu bilden und anschließend die Rollen und Aufgaben zu verteilen. Ist dieser Schritt erledigt, gibt es nur noch ein Limit: Nur 48 Stunden haben die Teilnehmer, um ihre Filmprojekte zu verwirklichen. Wochenlanges Grübeln und Tüfteln wird von den Regeln des „Kino Kabaretts“ nicht gestattet.

„Einige der beim Dramawas entstandenen Filme erregen nicht nur lokale, sondern auch internationale Aufmerksamkeit.“

Laura Boob

 

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Spontan und ungezwungen sollen die Filme sein, wichtiger als perfekte, punktgenaue Arbeit sind der Austausch und die Zusammenarbeit, das Entwickeln und Umsetzen einer gemeinsamen Idee. Wettkampf zwischen den Gruppen gibt es keinen, der einzige Gegner ist die Zeit. Daher heißt es: ausschwärmen, Filmmaterial sammeln und schneiden. Sind die zwei Tage vorbei, werden die Kurzfilmprojekte in zwei Sessions brot-warm und publikumswirksam präsentiert.

Wie gut diese Filme ankommen, erzählt die Organisatorin begeistert: „Einige der beim Dramawas entstandenen Filme erregen nicht nur lokale, sondern auch internationale Aufmerksamkeit und wurden sogar schon im Programm verschiedenster Kurzfilmfestivals gezeigt.“

Familiäre Atmosphäre.

Auch dieses Jahr stellt die Bäckerei für Kino Dramawas wieder eine geniale Location zur Verfügung. Erst haben die Filmbegeisterten die Möglichkeit, die architektonisch höchst interessante Kulturbackstube und deren Freiräume als Kulisse für ihre Arbeiten zu nutzen. Später können sie sich an die ruhigeren Orte zurückziehen, um ihr Material perfekt zu schneiden. Verhungern muss in der Bäckerei auch niemand, die Veranstalter erlauben nämlich auch die Nutzung ihrer Küche. So lässt es sich in ungezwungener Atmosphäre miteinander arbeiten.

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„Obwohl es von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer werden, hat sich das Projekt seinen familiären Charakter bewahrt“, erzählt auch Laura Boob. Wer sein Talent mit Spaß statt Leistungsdruck unter Beweis stellen möchte, der sollte sich das Projekt Kino Dramawas also keinesfalls entgehen lassen.