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Sommerlektüre für eine bessere Welt*

Wer sich ernsthaft mit Rassismus, Antirassismus, Toleranz und Diversität auseinandersetzen und etwas – auch sich selbst – verändern will, hat im Sommer und im Urlaub die perfekte Gelegenheit, erste Schritte zu machen und sich weiterzubilden – zum Beispiel mit diesen Büchern und Dokus.

* Natürlich gibt es noch viel mehr großartige, wichtige Bücher zu diesen Themen und wir freuen uns über weitere Empfehlungen!

Fotos: Franz Oss
Übrigens: Die meisten der Titel findet man auch in der Stadtbibliothek und/oder der Universitäts- und Landesbibliothek!

Romane

Amerikanische Klassiker: 

Toni Morrisons The Bluest Eye (Sehr blaue Augen) und Zora Neale Hurstons Their Eyes Were Watching God (Vor ihren Augen sahen sie Gott) spielen beide in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Morrison erzählt die Geschichte eines Schwarzen Mädchens, das sich nichts mehr wünscht als blaue Augen, während Hurstons Heldin Janie nach Liebe, Freiheit und Selbstbe­stimmung sucht.

 

Gegenwartsliteratur: 

In Zadie Smiths Swing Time träumen zwei Freundinnen in London davon, Tänzerin zu werden. Eine schafft es auf die Bühne, die andere reist als Assistentin eines Popstars um die Welt, bis sich ihre Wege wieder kreuzen. Candice Carty-Williams’ Queenie (momentan nur auf Englisch erhältlich) schlittert während einer unfreiwilligen Beziehungspause in eine Katastrophe nach der anderen und kämpft mit Rassismus, Einsamkeit, einer komplizierten Familie und Panik­attacken. In Girl, Woman, Other (momentan nur auf Englisch erhältlich) erzählt Bernardine Evaristo die mit­einander verbundenen Lebens­geschichten von zwölf verschiedenen Personen – der Großteil davon Schwarze Frauen – in Groß­britannien.

Chimamanda Ngozi Adichies America­nah erzählt neben der Geschichte der Nigerianerin Ifemelu und ihrer Jugendliebe Obinze auch von Alltagsrassismus in den USA und Großbritannien, Korruption in Nigeria und der Frage nach Identität und Heimat. In Kiley Reids Such a Fun Age (momentan nur auf Englisch erhältlich) wird die junge Amerikanerin Emira Ziel des White-­Savior-Komplexes ihrer Chefin. 

Memoiren, Essays & mehr

Amerika im 20. & 21. Jahrhundert: 

Maya Angelou erinnert sich in I Know Why the Caged Bird Sings (Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt) an ihre Kindheit und Jugend bei ihrer Großmutter im segregierten Süden der USA, in St. Louis und in San Francisco. In The Fire Next Time (Nach der Flut das Feuer) ruft James Baldwin dazu auf, die Idee einer weißen Welt aufzugeben und damit nicht nur BIPOC, sondern auch Weiße aus dem rassistischen System zu befreien. Ta-Nehisi Coates zeigt in Between the World and Me (Zwischen mir und der Welt) auf, dass rassistische Gewalt seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der amerikanischen Identität ist und es keine Besserung geben wird, bis die USA sich ihrer Vergangenheit stellen. In When They Call You a Terrorist (momentan nur auf Englisch erhältlich) erzählt Patrisse Khan-Cullors, Mitbegründerin von Black Lives Matter, mit Asha Bandele, warum es die Bewegung gibt und warum es sie braucht.

 

Rassismus aus der Nähe: 

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten von Alice Hasters (Hörbuch) und der Essayband Eure Heimat ist unser Albtraum, herausgegeben von Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah, zeigen, dass auch in Deutschland Rassismus und Diskriminierung zum Alltag gehören und die Lebensrealitäten marginalisierter Gruppen oft ignoriert werden.

 

Wissenschaft: 

In How to Argue With a Racist (momentan nur auf Englisch erhältlich) widerlegt Genetiker Adam Rutherford rassistische Mythen und Vorurteile zu Hautfarbe, Abstammung, athletischen Fähigkeiten und Intelligenz mit aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft.

Kinder

Hoch lebe die Vielfalt: 

Julian ist eine Meerjungfrau von Jessica Love (ab 4 Jahren), Wie siehst du denn aus? Warum es normal nicht gibt von Sonja Eismann und Amelie Persson (ab 10 Jahren), Meine Freunde, das Glück und ich von Elisenda Roca und Rocio Bonilla (ab 3 Jahren) und So feiert die Welt! von Miriam Schultze und Anne Marie Braune (ab 8 Jahren) zelebrieren Diversität, Individualität und Toleranz mit hübschen Illustrationen und verständlichen Texten.

 

Antirassismus: 

Wie ist es, wenn man anders ist? Alles über kleine und große Un­gerechtigkeiten von Louise Spilsbury und Hanane Kai (ab 5 Jahren) und Das Wort, das Bauchschmerzen macht von Nancy J. Della (ab 7 Jahren) zeigen, wie verletzend und gesellschaftsspaltend Vorurteile und Rassismus sind. Die Reihe Kichererbsen mit Schokolade von Jana Frey (ab 10 Jahren) beschäftigt sich humorvoll mit den Themen Patchworkfamilie, erstes Verliebtsein, Migration und Ausländer­feindlichkeit.

 

Comic: 

In Marguerite Abouet und Mathieu Sapins Akissi 2 – Vorsicht, fliegende Schafe! (ab 6 Jahren) fährt die kleine Energiebombe Akissi aus der ivorischen Stadt Abidjan zu seinen Großeltern aufs Land und muss mit einem furchtbaren neuen Lehrer zurechtkommen.

 

Biografien: 

Der Bus der Rosa Parks von Fabrizio Silei, Maurizio A. C. Quarello
(ab 8 Jahren) und Nelson Mandela von Isabel Thomas (ab 9 Jahren) vermitteln kindgerecht die weltverändernden Geschichten von Rosa Parks und Nelson Mandela.

 

Jugendbücher

Rassismus, Vorurteile & Polizeigewalt: 

In Anschlag von rechts fiktionalisiert Rainer Engelmann die wahre Geschichte von drei Freunden, die einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Deutschland verübt haben. I have a dream. Das Leben des Martin Luther King von Alois Prinz erzählt die Geschichte der Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1960ern, und in Typisch! 155 unverblümte Antworten auf Vorurteile beantworten Vertreter verschiedenster Lebensformen indiskrete, diskriminierende Fragen des Internetpublikums. The Hate U Give von Angie Thomas und Nichts ist okay! Zwei Seiten einer Geschichte von Jason Reynolds beschäftigen sich mit Polizeigewalt gegen Schwarze.

 

Individualität & Diversität: 

In Schamlos schreiben Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz gegen Rassismus, das Patriarchat und negative soziale Kontrolle an und plädieren für eine multikulturelle Gesellschaft. In Ghost. Jede Menge Leben von Jason Reynolds findet ein perspektivloser Teenager mithilfe eines Lauf-teams neuen Sinn in seinem Leben. Die Fantasyreihe „Children of Blood and Bone“ spielt in der fantastischen Welt Orïsha, die Autorin Tomi Adeyemi als „Black Panther mit Magie“ beschreibt. Dashka Slaters Bus 57 erzählt die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte zweier Teenager, die nichts verbindet als die tägliche gemeinsame Busfahrt – bis Richard Sashas Rock anzündet.

 

Alle Empfehlungen von der Stadtbibliothek Innsbruck!

Netflix and learn

Auf Netflix findet man einige Dokus sowie Serien (und auch Filme) zum Thema Rassismus - ein paar Empfehlungen:

Dokus:

What happened, Miss Simone?: Die Doku zeigt nicht nur eine sehr persönliche Seite der legen­dären Jazzpianistin und -sängerin, sondern auch ihre zutiefst politische – geprägt durch den Rassismus der 1950er- und 1960er-Jahre in den USA.

 

Der 13.: Diese mehrteilige Dokumentation zeigt auf, wie rassistisch das Gefängnissystem in den USA ist, und macht im Allgemeinen verständlich, was struktureller Rassismus bedeutet und wie
er funktioniert. 

 

LA 92: 1992 wird der Schwarze Rodney King von weißen Polizisten verprügelt, die Szene wird gefilmt und veröffentlicht. Alle Polizisten werden freigesprochen – Proteste brechen aus. 

 

Zeit: Der Fall Kalif Browder: Kalif Browder wird als Teenager in New York festgenommen und ohne Verurteilung drei Jahre inhaftiert, einen Großteil dieser Zeit im Gefängnis verbringt er in Isolationshaft. Eine unglaubliche und unglaublich traurige Geschichte. 

 

Serien:

When they see us: Die Miniserie erzählt die wahre Geschichte der sogenannten „Central Park Five“ – packend und sehr gut gespielt. 

 

Dear white people: Die Serie dreht sich um College­studenten und ihre Erfahrungen mit Rassismus, die sie auch am Campus laufend erleben.