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Nicht böse gemeint

Warum der Luder-Sager von LH-Stv. Josef Geisler ein Skandal war und ist

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ür alle, die noch darüber nachdenken, ob  „widerwärtiges Luder“ sexistisch gemeint war oder nicht: Sexismus muss nicht immer eine sexuelle Komponente haben. Unter Sexismus werden mehrere Phänomene gesammelt, denen die Annahme zu Grunde liegt, dass ein Geschlecht dem anderen überlegen ist. Geislers Luder-Sager war sexistisch. Und eine grobe Beleidigung. Er hat sich WWF-Aktivistin Marianne Götsch vielleicht nicht in der Horizontalen vorgestellt (wie das sein Kollege Dornauer getan hätte), aber er hat sie degradiert und dafür ein – wenn man es so nennen will – geschlechterspezifisches Schimpfwort benutzt. Vermutlich das erste Mal, dass Josef Geisler freiwillig gegendert hat.

„Josef Geisler – so ein dreister, dummer Bua!“

Anders gefragt: Was wäre das äquivalente Schimpfwort für einen Mann in dieser Situation? Und – jetzt bitte ganz, ganz, ganz, ganz ehrlich sein – hätte Geisler einem Aktivisten gegenüber auch so reagiert? Wem das alles zu theoretisch ist, der soll bitte einfach seine Mama, Frau, Freundin, Schwester, Tochter oder – für die paar, die eine haben – Chefin fragen.

 

Der zweitstärkste Mann in der Tiroler Landesregierung nennt also eine Aktivistin des WWF ein widerwärtiges Luder. Am Landhausplatz. Vor laufender Kamera. Im Jahr 2020. Abgesehen von dem fatalen Frauen- und Menschenbild, das hinter dieser Aktion steckt, muss man sich schon auch wundern, wie so etwas einem Politiker überhaupt passieren kann. So ein dummer, dreister Bua! Oh – und: Wer es frech findet, einen 58 Jahre alten Mann, der seit 1994 in der Politik und seit 2013 1. Landeshauptmann-Stellvertreter ist, einen dummen, dreisten Bua zu nennen – ich meine das nicht so! Bei uns daheim nennen wir auch einen 80-Jährigen, der Scheiße baut, einen „dummen Bua“. Wie gesagt, ist nicht böse gemeint.

 

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