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MAI 2014

Was wirklich jede Mutter mag, ist ein Gedicht zum Muttertag

Die 6020-Lyrikredaktion präsentiert Gedichte für diverse Mutter.

Ohne dich

Für Glucken

Ohne dich würd’ ich in Flüssen schwimmen,
so lange schlafen, wie ich will,
die gefährlichsten Berge würd’ ich erklimmen,
Verwegenheit – genau das wär’ mein Stil.

    

Ohne dich würd’ ich kein Gemüse essen,
dafür ewig in der Sonne braten,
ein verdrecktes Zimmer würd’ mich nicht stressen,
kaputte Kabel könnt’ ich selbst verdrahten.

    

Ohne dich wär’ ich der Coolste,
würd’ rauchen Tag und Nacht,
scheißegal, wenn ich mal nackt am Pool steh,
meine Whiskeysammlung – eine Pracht.

    

Ohne dich wär’ der Fahrradhelm verstaubt,
wär’ „vorsichtig“ ein Fremdwort,
nie hätt’ ich an den Nikolaus geglaubt,
und bei jedem Scheiß wär ich an Bord.

    

Ohne dich wär’ ich der Checker,
hätte Freunde noch und nöcher,
hätt’ ein Radio, aber keinen Wecker,
und in jeder Hose wären Löcher.

    

Ohne dich würd’ jedes Mädel mich begehren.
Und wie es mir beliebt,
würd’ süße Früchtchen ich verzehren,
Danke trotzdem, dass’s dich gibt.

Du bleibst da

Für ältere Semester

Liebe Frau Mama,
ich fahr heim und du bleibst da,
in dem schönen Speisesaale,
wo’s gleich Essen gibt für alle.

 

Geht’s dir hier nicht prima?
Gutes Essen, super Klima

in der Bastelgruppe und am Abend,
nette Leute um dich habend,
bist im Heim doch bestens aufgehoben,
wer spricht hier von abgeschoben?

 

Klar, der Spaß, der kostet,
doch wer alt ist, rostet

nun einmal; und braucht Leute,
die sich kümmern heute
und auch morgen. 
Das sind Sorgen,
die ich nicht haben kann,
denn als viel gestresster Mann,
hab ich leider keine Zeit 
– aber du weißt eh Bescheid. 

Dichtung

Für Mütter mit Humor

Ein Gedicht zum Muttertag
das ist eine schöne Geste.
Leider aber, liebe Mutti, bin ich beim Reimen
nicht der Beste.
Deshalb steck ich mir zu deinem Feste
einen Finger in den Po.
(Das reimt sich zwar nicht,
doch dichten tut’s auch so.)

Mutertag Hintergrunt 2

Aufstehen

Für faule Mütter

Aufstehen, Mutti, lass dich feiern,
es ist so schön, die Sonne lacht.
Ein Frühstück haben wir gemacht
mit Schinken, Speck und Eiern.

 

Aufstehen, Mutti, bist du krank?
Heut’ ist doch dein großer Tag!

Was gestern in der Küche lag,
liegt jetzt aufgeräumt im Schrank.

    

Aufstehen, Mutti, Vorhang auf,
zu Tisch, denn Mittag ist es bald.

Der Toast wird hart, der Kaffee eiskalt,
unsre Kakaos haben Häute drauf.

    

Aufstehen, Mutti, bitte komm!
Geschenke waren wir für dich kaufen,

selbst verpackt, mit großen Schlaufen.
Im Radio läuft dein Lieblingssong.

    

Aufstehen, Mutti, steig heraus
aus den Federn, bitte.

Komm in unsere Mitte,
und nimm den Blumenstrauß.

    

Aufstehen, Mutti, ehrlich jetzt,
Decke weg, die feine,

kommst du nicht auf die Beine
bald, sind wir verletzt.

    

Aufstehen, Mutti, kannst dir sparen,
deine Faulheit – eine Qual.

Weißt du was? Das war das letzte Mal,
dass wir deine lieben Kinder waren.