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MAI 2014

Selbermacher

MundArt weiß gerne, was drinnen ist, verzichtet auf Maggi und sonstige Suppenwürfel und macht Suppenwürze selbst.

E

 

in Dichter verhalf der Suppenwürze „Maggi“ zu ihrem weltweiten Erfolg. Nachdem Julius Maggi vor bald 130 Jahren seine Suppenwürze auf den Markt gebracht hatte, schuf er das firmeneigene „Reclame- und Pressebüro“, dessen Leitung er einem jungen, noch unbekannten Mann übertrug: Frank Wedekind. Wedekind, vom Vater zu einem Jurastudium in München vergattert, frönte lieber der Dichtkunst und investierte seine Studiengelder in Kneipen- und Theaterbesuche.

„Alles Wohl beruht auf Paarung.
Wie dem Leben Poesie.
Fehle Maggi’s Suppen-Nahrung
Maggi’s Speise-Würze nie!“

    

„Das wissen selbst die Kinderlein:
Mit Würze wird die Suppe fein.
Darum holt das Gretchen munter,
die Maggi-Flasche runter.“

    

„Vater, mein Vater! Ich werde nicht Soldat, 
dieweil man bei der Infanterie nicht Maggi-Suppen hat.
Söhnchen, mein Söhnchen! Kommst Du erst zu den Truppen, 
so isst man dort auch längst nur Fleischkonservensuppen.“
(Frank Wedekind)

    

MundArt hat zwar Respekt vor Maggis Marketing und Wedekinds Werk, weiß aber gern, was drinnen ist, verzichtet auf Maggi und sonstige Suppenwürfel und macht Suppenwürze selbst.

Das Rezept

Zutaten

750 g Karotten, 500 g Sellerieknolle, 150 g Pastinaken, 150 g Petersilienwurzel, 300 g Lauch, 500 g Zwiebeln, 300 g Cocktailtomaten, 1–3 Knoblauchzehen, 1 Bund Petersilie (mit Stängel), 1 Bund Maggikraut, 100 g Salz, 5 Wacholderbeeren, 10 Pfefferkörner, 3 Lorbeerblätter, 1 TL Muskatnuss (gemahlen), 5 Koriandersamen, 1 Thymianzweig

 

Die Zubereitung

Mundart macht Suppenwürze

Das Gemüse in grobe Würfel schneiden

Mundart macht Suppenwürze

Das Gemüse pürieren

Mundart macht Suppenwürze

Die trockenen Gewürze mit dem Salz im Mörser zerreiben

Mundart macht Suppenwürze

Die Gemüsemasse dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen

 

Mundart macht Suppenwürze

Dunkel und trocken lässt es sich mehrere Monate lagern

D

as Gemüse waschen, putzen, von Strunk, Wurzeln und sonstigen unschönen Stellen befreien und in grobe Würfel schneiden. Die Gemüsewürfel mit dem Stabmixer, einer Küchenmaschine oder einem Fleischwolf pürieren. Die trockenen Gewürze mit dem Salz im Mörser zerreiben und in den Gemüsebrei mischen.

Die Gemüsemasse dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen. Im vorgeheizten Backrohr bei 75 – 90° C und leicht geöffneter Ofentür (mit einem Holzlöffel in der Tür) mehrere Stunden (4 bis 8 Stunden), unter mehrmaligem Wenden, trocknen lassen (je nach Flüssigkeitsgehalt des Gemüses). 

MAGGI

 

Maggi enthält zwar kein Blättchen Liebstöckel, hat dem Kraut aber den Namen Maggikraut eingebracht. Verantwortlich dafür ist der Aromastoff Sotolon, der je nach Menge nach Ahornsirup, Karamell, Portwein und in hoher Konzentration nach Liebstöckel riecht. Liebstöckel wuchert schon ordentlich und passt wunderbar in Suppen und Salate. Für die selbstgemachte Suppenwürze können die Zutaten beliebig ausgetauscht, ersetzt oder auch in anderen Verhältnissen zubereitet werden, je nach Saison, Angebot und Geschmackswünschen.