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MÄRZ 2014

Gaudeamus Igitur

Innsbruck für Studenten

Der Innsbrucker Student ist eine Spezies, die sich zwar ständig
weiterentwickelt, andererseits aber seit Jahrzehnten durch die
gleichen Verhaltensweisen auffällt. Pünktlich zum Semesterstart:
der 6020-Studenten-Guide.

1. Die Kleidung

Dass die Zunahme der deutschen Studenten eine enorme Steigerung des Hipness-Niveaus mit sich gebracht hat, ist unbestreitbar. Früher konnte man Sowi-Studenten an ihren hochgestellten Kragen und Geiwis an ihren Strickpullovern erkennen, generell galt aber: eher fad als cool. Heute kann man den Kleidungsstil der Innsbrucker Studenten so beschreiben: Günstige Mode wird mit coolen Marken (aus dem Internet) und Einzelstücken kombiniert. Am Nowhere-Store in Wilten kommt die Hipstria alleine schon aufgrund der „Es keat oanfoch viel mehr gschmust“-Stofftaschen und -Shirts nicht vorbei. American Apparel und Boy London gibt’s dort auch. Foto: photocase.de/xibalba

Liebe

2. Die Liebe

Früher traf man sich beim Mensafestl oder im Hofgarten, heute bandelt man über die Facebook-Seite „Spotted: University of Innsbruck“ an. Dort werden zwar immer dieselben Typen („die hübsche Blonde aus der Bib“, „der sportliche Typ aus dem Proseminar“) gesucht, aber einen Versuch ist es allemal wert. Seit das „Vice“-Magazin einen Artikel über das „Verfickte Innsbruck“ veröffentlicht hat, wird diskutiert, ob die ansässigen Studenten wirklich so ein frivoles Völkchen sind. Der Gegenartikel „Ungeficktes Innsbruck“ hat aber auch seine Anhänger. Foto: photocase.de/arlospulido

 

3. Das Überleben

Das erste Mal außerhalb vom Hotel Mama wohnen – das hat schon so manchen Studenten ins Strudeln gebracht. Es ist ja auch wirklich nicht einfach, auf einmal alles selbst zu machen. Aber spätestens, wenn jedes T-Shirt müffelt, die erste Ameisenkolonie die WG-Küche in Beschlag nimmt und der Wasserboiler im Bad nur mehr traurig blubbert, ist es Zeit, sich wie ein Erwachsener zu benehmen. Dazu gehört nun mal, selbst Wäsche zu waschen (zur Not geht das auch im Waschsalon), keine Essensreste vor sich hin gammeln zu lassen und, wenn’s sein muss, auch mal einen Handwerker zu rufen und diesen zu bezahlen. Foto: photocase.de/madochab

4. Das Feiern

Dafür ist man doch Student, oder? Der beste Ratschlag ist, eine WG innerhalb des Freundes- oder Bekanntenkreises zu finden, in der man oft, ohne viel Aufwand und ohne gröbere Probleme mit den Nachbarn vorglühen und feiern kann. Wenn die Getränke ausgehen, wird der Inndrinks-Fahrer gerufen – es zahlen aber bitte immer die Gäste, nicht die Gastgeber. Die Bewohner der Party-WG sind nämlich zugleich Auserwählte und Leidtragende: Auserwählte, weil sie keine Pre-Party, Party oder After-Party verpassen, Leidtragende, weil sie immer leere Flaschen zum Altglas bringen, Zigarettenstummel am Balkon aufsammeln und ungewünschte Übernachtungsgäste mit Kaffee bewirten müssen. Foto: photocase.de/RobertoWe

5. Der Sport

Nachdem viele Studenten extra wegen dem Sportangebot rund um Innsbruck herziehen, ist es nur so logisch, dass sich die meisten – Sommer wie Winter – so oft es geht am Berg, auf dem Weg vom Tal auf den Berg bzw. vom Berg ins Tal aufhalten. Wer sich zwischen den Saisonen fit halten will, hat zwei günstige Fitnessstudios (Speedfit, McFit) und zahlreiche Kurse an den USI-Sportstätten zur Auswahl. Wer es trendig mag, geht zum Aerial Yoga (zum Beispiel im Antaratma Yoga Shala), Crossfit oder ins Poledance-Studio.

6. Das Ausgehen

Vor einigen Jahren war der Partykalender eines Innsbrucker Studenten noch streng durchgetaktet, mittlerweile hält sich kaum noch jemand an den „Wochenplan“. Spontane Partys und Veranstaltungen wie das „Sonnendeck“ hinter der Geiwi oder Schischi-Partys in diversen leerstehenden Räumlichkeiten werden ebenso besucht wie „Veteranen“-Lokale wie das Blue Chip oder der Innkeller. Moustache, Aftershave und die Technomeile bei den Bögen runden das Angebot ab. Foto: photocase.de/Nerd1

Ausgehen

7. Die Ernährung

8. Das Kommen und Gehen

Die einen können es kaum erwarten, am Donnerstagnachmittag mit dem Koffer zum Bahnhof zu eilen, die anderen bleiben sogar in den Ferien und irgendwann für immer in Innsbruck. Die Entscheidung hängt natürlich in großem Maße davon ab, ob man Zuhause – wo auch immer das ist – einen Partner oder einen eingeschworenen Freundeskreis hat. Die beste Studienzeit haben aber mit Sicherheit jene, die sich voll auf Innsbruck einlassen, auch am Wochenende in der Stadt sind und nicht permanent Zugpläne studieren und Trolleys packen. Foto: photocase.de/sto.E

9. Die Kultur

Man muss nicht Kunstgeschichte, Germanistik oder Musikwissenschaft studieren, um sich ab und zu mit dem Kulturprogramm der Stadt zu beschäftigen. Im Tiroler Landestheater (inkl. Kammerspiele) bekommen Studierende an der Abendkassa Restkarten um 9 Euro, außerdem gibt es in allen Innsbrucker Kinos Studenten-Tarife. Auch in den Tiroler Landesmuseen zahlen Studiosi weniger. Viele Galerien kann man an bestimmten Tagen (oder immer) kostenlos besuchen. Foto: photocase.de/JoeEsco

10. Die Fehler

Studieren bedeutet Lernen – und bekanntlich lernt man aus seinen Fehlern. Deshalb ist es auch gar nicht schlimm, wenn man im Laufe der Studienzeit folgende Dinge macht:

am Vorabend einer Prüfung mit dem Lernen beginnen
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ein "bedeutungsloses" Gschichtl mit dem WG-Bewohner anfangen
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vergessen, Bibliotheks-Bücher rechtzeitig zurückzugeben
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gegen die Einbahn radeln und Strafe zahlen
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sich vor der GIS verstecken
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"Tüte" und "Apfelschorle" sagen
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peinliche Studentenjobs machen, um das Geld für die Festivalkarte zusammenzubekommen
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regelmäßig im Testarossa/Bacchus/einem grindigen Bogenlokal abstürzen
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mit Restalkohol bei der Blockveranstaltung am Samstag auftauchen