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MÄRZ 2014

Literatur

Die Rächerin

Mit seinen Max-Broll-Krimis hat Bernhard Aichner das Krimi-Genre erobert. Sein neuer Thriller “Totenfrau“ ist schon vor Erscheinen ein grofler Erfolg.

Fotos: fotowerk aichner
K

rimis gibt es wie Sand am Meer – und die meisten sind so lala. Sie funktionieren wie der Tatort am Sonntagabend. Solche Krimis sind nicht die Sache von Bernhard Aichner. In seinen Max-Broll-Romanen machte er einen Totengräber zum Helden, in seinem neuesten Buch darf sich eine Bestatterin detektivisch austoben. Diese Bestatterin hat es in sich. So bekommt der Leser schon auf den ersten Seiten harten Stoff serviert: Eine Frau liegt an Deck eines Segelbootes. Sie macht die Musik extra laut, damit sie ihre Eltern nicht schreien hört, die im Meer plantschen – und dummerweise vergessen haben, die Badeleiter ins Wasser zu hängen. So schnell befreit man sich von unliebsamen Angehörigen.

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Genau diese Frau, Blum, wird dem Leser aber schnell ans Herz wachsen. Sie ist nicht nur Mörderin, sondern auch leidenschaftliche Ehefrau, großherzige Mutter und Gerechtigkeitsfanatikerin. Eine Figur, der man sofort alles glaubt. In den Polizisten, der sie nach dem „Unfall“ ihrer Eltern aufgreift, verliebt sie sich, die zwei heiraten, bekommen Kinder und sind so wahnsinnig glücklich, dass man als Leser schon ahnt, dass da was kommen muss. Und es kommt: Der Liebste stirbt bei einem Autounfall, das Leben ist kaputt, zerstört, alles weg, alles hin. Wochen nach der Tragödie entdeckt Blum beim Aufräumen einen Hinweis darauf, dass der Unfall kein Unfall war, sondern ein kaltblütiger Mord. Doch wenn wer kaltblütig ist, dann sie. Und so macht sich die Bestatterin auf die Suche nach den Mördern ihres Mannes, um sich zu rächen.

3

Wordrap mit Bernhard Aichner

Im nächsten Leben ...
Ich habe nur dieses.

 

Soundtrack 2014
Eye of the Tiger

 

Geheime Leidenschaft
Sauna und Wein

 

Angst vorm Tod
Der kann mich mal.

 

Lieblingsautor
Blöde Frage

 

Größter Traum
Fucking Weltbestseller

 

Wertvollster Besitz
Mein Herz

 

Schreiben bedeutet
Unendlich viel Arbeit. Und Glück.

 

Mit einer Million Euro
Würde ich viel Gutes tun


Ein Praktikum bei einem Bestattungsunternehmen bedeutet: Leichen zu versorgen, ihnen den Mund zuzunähen, die Haare zu waschen. Was Aichner gelernt und gesehen hat, beschreibt er detailliert in seinem Buch – glaubwürdiger geht’s nicht.

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Schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin wird viel über die „Totenfrau“ gesagt und geschrieben.

 

„Totenfrau“, btb Verlag