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MÄRZ 2014

Stadt

Die andere Seite

Das linke Innufer rückt immer mehr in den Fokus von Politik, Wirtschaft und Tourismus: Mit dem Projekt „Anpruggen“ soll der Stadtteil aktiv verändert werden.

Fotos: Gerhard Berger
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ie spannendsten Ecken einer Stadt entstehen meistens da, wo nicht jeder hinschaut. Und so überrascht es eigentlich nicht, dass St. Nikolaus in den letzten zehn Jahren zum gar nicht mehr so geheimen In-Viertel wurde. Der Begriff „Gentrifizierung“ ist entlang der Innstraße allgegenwärtig, die einen freuen sich über die Belebung und den interessanten Branchenmix, die anderen jammern über die Luxussanierungen und steigenden Mietpreise.

 

Von vage zu konkret.

Die Stadt Innsbruck überlegt sich derweilen, was sie mit „Anbruggen“, so die gern bemühte historische Bezeichnung für die Stadtteile am linken Innufer, anstellen soll.

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In einer dreiphasigen Initiative will man die Stadtteilentwicklung in St. Nikolaus und Mariahilf mit möglichst konkreten Projekten vorantreiben. Dabei setzt man auf das derzeitige Zauberwort der Stadtplanung: Bürgerbeteiligung. In der ersten Phase des Projekts Anpruggen, die bereits 2012 gestartet wurde, wurde von der Künstlerin Katharina Cibulka eine Bestandsaufnahme durchgeführt: 

Wo stehen die Stadtteile, welche Bereiche liegen im Argen, wo gibt es Entwicklungspotenzial? Die zweite Projektphase wurde nun im Feber 2014 eingeleitet und soll bis Oktober dauern. Ziel ist es, aus den eingebrachten Ideen und neuen Anregungen konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Was passiert mit dem Waltherpark? Wird es die lang diskutierte Öffnung zum Inn geben, in Form einer Aussichtsplattform zum Beispiel?

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Sieht man sich Innsbrucker Bürgerbeteiligungsprojekte – Beispiel Riesenrundgemälde – an, zeigt sich, dass die meisten Prozesse genau in dieser Phase zu stocken beginnen. Die Anrainer um ihre Ideen und Meinungen zu fragen, ist gut und recht (und sympathisch), daraus konkrete Maßnahmen abzuleiten und mitunter kostspielige Entscheidungen zu treffen, verlangt dann aber doch mehr Mut und Durchsetzungskraft als gedacht.

 

Wer will was.

Eine wichtige Frage, die es zu klären gilt, lautet zunächst: Wer will was in Anpruggen? TVB-Obmann Karl Gostner will Touristen „auch auf die andere Seite des Inns locken“.