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JUNI 2014

Meinung

Pro & Contra

Diesmal: Offline-Urlaub

D

ie Kombination Laptop plus Smartphone ist mein Alltag. Diese beiden Gerätschaften sind mein Arbeitsplatz, Radio, Fernseher, Bank, Zeitung, Kommunikationsmittel und Einkaufszentrum. Ich verbringe täglich mehr Zeit mit ihnen als mit meiner Freundin oder mit Schlafen. Unter „Urlaub“ verstehe ich nun aber, Abstand vom Gewohnten zu nehmen, ganz einfach abzuschalten. Deshalb muss dieser auch offline verbracht werden.

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Es ist dann auch wirklich spannend, irisches Radio, schwedisches Fernsehen oder amerikanische Zeitungen erleben zu „müssen“. Ungewohnt und anders als zuhause, aber darum geht’s doch beim Urlaub, oder? Ehrlich gesagt, ich denke, dass der Unterschied zwischen Online- und Offline-Sein größer ist als der, sich in verschiedenen Ländern aufzuhalten. 

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Außerdem habe ich das Gefühl, dass manche Menschen nur in den Urlaub fahren, um diesen im Internet zu präsentieren (Stichwort Zehen-im-Sand-Foto). Das ist aber eine andere Geschichte ...

F

ür manche Menschen gibt es nichts Erholsameres, als das Handy am Anfang des Urlaubs auszuschalten und erst wieder einzuschalten, wenn man mit Sonnenbrand und Restsand in den Flipflops aus dem Flieger steigt. Ich gehöre nicht dazu. Das liegt aber nicht daran, dass ich nicht abschalten kann, sondern eher an der Art, wie ich mein Smartphone nutze.

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Wieso soll ich mir zwei Wochen lang verbieten, Neuigkeiten aus der ganzen Welt zu erfahren, witzige Dinge auf Twitter zu lesen oder mich auf Instagram durch tolle Fotos zu scrollen? Keine dieser Seiten setzt mich unter irgendeinen Zwang, mich darstellen zu müssen oder aktiv zu sein, wenn ich das nicht will.

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Ich verbringe meinen Urlaub sicher nicht damit, ein möglichst tolles Foto vom Sonnenuntergang, Sonnenaufgang oder meinen Zehen im Sand zu machen und dieses auf drei Kanälen gleichzeitig zu posten. Vielleicht ist das Smartphone für mich deshalb keine Belastung, sondern ein „nice to have“, um mich zu informieren und zu unterhalten. Klingeltöne und Push-Nachrichten werden natürlich deaktiviert. Ist ja schließlich Urlaub.