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JUNI 2014

Bierstindl

Das Bier fließt wieder

Andreas Hofer zum Trotz: Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung aus Bayern hat das Bierstindl am Fuße des Bergisels übernommen und renoviert. Nun sprudelt wieder das Bier aus den Zapfhähnen. Wie es dazu kam und was die Zukunft bringen wird, erzählt Pächter Burkhard Pederiva dem 6020-Magazin.

Fotos: Emanuel Kaser
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urkhard Pederiva ist in Innsbruck kein Unbekannter: Seit 2007 betreibt er den Stiftskeller, der ebenfalls der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung gehört. Warum pachtete er nun zusätzlich das Bierstindl? „Damals, als das Bierstindl zusperrte, fragte Ulla Baumgartner von den Ritterspielen, ob sie nicht bei mir im Stiftskeller auftreten dürften.“ Jedoch ist dort kein Platz gewesen. „Dadurch sind wir ins Gespräch gekommen“, erzählt Pederiva. „Und dann hat sie gefragt, warum die Stiftung kein Interesse hat, das Bierstindl zu kaufen.“ Die Stiftung aus Bayern, die noch ein weiteres Projekt in Tirol suchte, war von der Idee angetan und erwarb 2011 das Gasthaus um geschätzte 1,2 Millionen Euro. Eine Bedingung sei aber laut Pederiva gewesen, dass er das Bierstindl auch leiten solle.

Schwierige Bauarbeiten.

Über ein Jahr lang wurde renoviert, bis man heuer Ende Mai wieder aufsperren konnte. Da das Bierstindl teilweise unter Denkmalschutz steht, erwiesen sich die Arbeiten als schwierig. So war das Gebäude in einem schlechteren Zustand als ursprünglich angenommen: „Es hat die Statik nicht gepasst, es hat keine Fluchtwege gegeben“, erzählt Pederiva. „So wie es gewesen ist, hätten wir das Haus nicht mehr aufsperren dürfen.

 

„Über die Kosten des Umbaus hüllen sich sowohl der Pächter als auch die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung in Schweigen. „Die Stiftung spricht nicht über Zahlen. Aber sie hat noch jede Rechnung bezahlt“, so Pederiva. In diesem Sinne blieb auch eine Anfrage von 6020 bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

Bier fördert Kultur.

Wer aber steht hinter der Stiftung aus Bayern, der in Innsbruck nun Stiftskeller und Bierstindl gehören? Edith Haberland-Wagner erbte einst 51 Prozent der Münchner Augustiner Brauerei. Nach ihrem Tod 1996 wurde die Stiftung gegründet und übernahm die Anteile – so wie es die kinderlose Frau in ihrem Testament verfügt hatte. Damit wollte Haberland-Wagner die Brauerei vor einer Zerschlagung oder Übernahme durch die Konkurrenz bewahren. Ziel der Stiftung ist es, mit dem Gewinn aus dem Biergeschäft langfristig Kultur- und Sozialprojekte umzusetzen. Deshalb ergaben sich die Engagements in Tirol.

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Wie sieht nun die Zukunft am Fuße des Bergisels aus? „Wir versuchen, mit unserem Kulturgasthaus alle Schichten anzusprechen“, sagt Burkhard Pederiva „Wir sind eh zum Scheitern verurteilt, wenn wir die Leute nicht herbringen.“