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JUNI 2014

Kolumne

Conchita-Love

Popkultur und was sonst noch zu sagen ist

J

etzt hat sie uns den Schas gewonnen“ – schöner hätte es Andi Knoll nicht ausdrücken können. Ja, im Grunde ist der Eurovision Song Contest (ESC) ein Schas, es hat ja auch niemand ernsthaft damit gerechnet, dass wir mit diesem Kasperlverein noch irgendwann einmal etwas zu tun haben.

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Dann kam Conchita Wurst und hat die Welt ganz schön auf die Probe gestellt. Uns Österreicher, weil wir plötzlich auch außerhalb des Skisports erfolgreich sind und nicht so recht wissen, wie wir damit umgehen sollen. Uns Zyniker, die den ESC eigentlich total lächerlich finden, aber bei so einer coolen Performerin gar nicht anders können, als plötzlich Riesenfans zu sein. Politiker, die auf der Welle der Euphorie mitschwimmen wollen, es aber einfach nicht übers Herz bringen, Conchita Wurst zu gratulieren, sondern nur schlafen können, wenn sie sie Tom Neuwirth nennen.

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Wie der (überwiegende) Rest der Welt auf den ESC-Sieg reagiert hat, war einfach nur spektakulär. Elton John schickt Blumen, Cher schickt Grüße und Perücken-Tipps – wann hat man zuletzt so auf einen Künstler aus Österreich reagiert? Die Engländer lieben Conchita – kein Wunder, wenn man gesehen hat, wie souverän sie ihren ersten Auftritt in einer BBC-Talkshow gemeistert hat. Tolles Englisch, toller Witz, sogar Kirsten Dunst, die neben Conchita saß, war sichtlich begeistert. 

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Nun ruft die berühmteste Talkshow-Moderatorin der Welt – Oprah Winfrey. Auch diese Challenge wird Conchita bravourös meistern. Somit bleibt für uns Österreicher nur noch eine Frage offen: Wer soll den Schas nächstes Jahr moderieren, ohne dass es peinlich wird?

Elton John schickt Blumen, Cher schickt Grüße und Perücken-Tipps – wann hat man zuletzt so auf einen Künstler aus Österreich reagiert?