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JÄNNER 2014

Theater

Nach der Sommernacht

Seit einem Jahr ist das Theater praesent unter einer neuen Führung. Mit „Eine Sommernacht“ war im November und Dezember die erste Eigenproduktion zu sehen.

Foto: Emanuel Kaser
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ob, der Mann mit dem unzufriedenen Penis, der noch dazu einen spanischen Akzent hat (der Penis, nicht Bob), bleibt in Erinnerung. Bob war eine der zwei Hauptfiguren in dem Stück „Eine Sommernacht“, das im November und Dezember im Theater praesent gespielt wurde. Zwei Schauspieler und ein Musiker bestritten mit lakonischen Dialogen, tragikomischen Monologen und berührenden Songs den Abend. Es ging um die Liebe, um die großen Lebensfragen, um Sehnsüchte, Frust und jene Krise, die so manchen 35-Jährigen ereilt.

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Das poppige Stück war eine mutige Wahl – neben Julia Kronenberg und Timo Senff stand außerdem der junge Innsbrucker Singer-Songwriter Jo Stöckholzer auf der Bühne.

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Zugleich war „Eine Sommernacht“ die erste Produktion der neuen Theaterleitung: Die drei Schauspieler Teresa Waas, Hans Danner und Julia Kronenberg sind seit Jänner 2013 für das Theater praesent in der Jahnstraße verantwortlich.

 

Musik und Schauspiel.

„Die älteren Zuschauer waren schon etwas irritiert, aber im Großen und Ganzen war die ‚Sommernacht’ ein großer Erfolg“,

sagt Julia Kronenberg sichtlich stolz. Mit diesem Stück zeigen die drei Theaterleiter, in welche Richtung es künftig gehen soll. „Wir werden weiterhin ungekünsteltes, unterhaltsames Theater machen, aber wir möchten auch jüngeres Publikum ansprechen“, erklärt Hans Danner. Für alle drei war die Übernahme des Praesent ein Sprung ins kalte Wasser. Selbst künstlerisch mitzureden und zu gestalten, habe sie gereizt, aber übers Theatermachen hätten sie nicht viel gewusst, erzählt Teresa Waas. „Wir haben viel gelernt und müssen auch weiterhin viel lernen“, resümiert sie das erste Jahr.

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2014 haben die drei, die neben ihrer Aufgabe als Theaterleiter auch selbst regelmäßig in unterschiedlichen Theatern spielen, viel vor. „Ich finde die Zusammenführung verschiedener Kunstrichtungen sehr spannend – wie etwa Musik und Schauspiel“, erklärt Kronenberg. Und nicht zuletzt deshalb werden auch künftig im Theater praesent Musiker auf der Bühne stehen – wenn auch nicht immer, um zu musizieren. Im März etwa gibt es „Biografia“, ein politisches Ein-Personen-Stück, zu sehen. In der Hauptrolle keine Schauspielerin, sondern eine Musikerin. Die wird zwar kaum mit ihrem Penis plaudern, die Zuschauer können sich aber trotz eines ernsten Themas auf einen unterhaltsamen Abend freuen.