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FEBER 2014

Kolumne

Team Catalano

Wie meine Generation mit Jared Leto umgeht.

I

n meiner frühen Jugend gab es kein Team Edward und kein Team Jacob, es gab nur ein Team: das Team Jordan Catalano. Ein Name wie ein lauer Sommerabend. Dass der US-Sender ABC die Serie „Willkommen im Leben“ (im Original „My So-Called Life“) 1995 nach nur einer Staffel eingestellt hat, wird in die größten Irrtümer der Fernsehgeschichte eingehen. An den Hauptdarstellern lag es sicher nicht: Claire Danes trägt heute, fast 20 Jahre später, einen Golden Globe nach dem anderen nach Hause und Jared Leto, nun ja, der verwirrt die Mitglieder des Teams Jordan Catalano immer noch. 

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Jordan Catalano konnte vor allem eines gut: sich anlehnen. Das klingt jetzt ähnlich blöd wie „Ich habe eine Wassermelone getragen“, aber so war es eben. Angela (Claire Danes) mochte, wie er sich anlehnte, in seinen karierten Flanellhemden, am Schulgang. 

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Nach „Willkommen im Leben“ ging es für Jared Leto eigentlich gut weiter: „Fight Club“ (1999), „American Psycho“ (2000), „Requiem for a Dream“ (2000). Für das Team Catalano kamen aber schwere Zeiten. Nach dem Start seiner Zweitkarriere als Sänger von „30 Seconds to Mars“ war ziemlich schnell Schluss mit den Anlehn-Fantasien. Zu viel Haarspray und Glätteisen und dann auch noch der Lidstrich – Himmel, was hätte Angela wohl dazu gesagt. 

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Im Moment ist Jared Leto gerade in aller Munde, weil er für die Rolle eines Transsexuellen in „Dallas Buyers Club“ für einen Oscar nominiert ist. Dieser Oscar sei ihm vergönnt. Das Team Jordan Catalano versucht währenddessen, den Lauf der Zeit zu akzeptieren. Und die Ombre-Locken von der Golden-Globes-Verleihung zu vergessen.

Jordan Catalano konnte vor allem eines gut: sich anlehnen.