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FEBER 2014

Bauchtanz

Nabelschau

Bauchtanz ist nichts Neues in Innsbruck: Seit über 20 Jahren gibt es organisierten orientalischen Tanz an verschiedenen Institutionen. Doch in einer kleinen Stadt hat es auch der größte Trend schwer, sich zu einer echten „Szene“ zu etablieren.

Fotos: Foto Hofer
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lexandra Falkner lacht herzlich: Die Frage nach einer „lebendigen“ orientalischen Tanzkultur findet die Tanzlehrerin amüsant. Die Stadt sei dafür einfach etwas zu klein, es fehle den Akteuren an Zeit und Geld und vor allem an der passenden Location, um echte orientalische Tanzabende zu organisieren oder Proben zu veranstalten. Die wenigen Ägypter-Lokale, die es in Innsbruck gab und gibt (Sphinx, Habibi), sind meist aufgrund des starken Zustroms von Teenagern, angezogen vom Qualm der Wasserpfeife, zu Lokalitäten geworden, die keine echte Atmosphäre für regelmäßigen orientalischen Tanz bieten.

Wo die Stammkundschaft durchschnittlich 16 Jahre alt ist, besteht wenig Bedarf an barbäuchigen Tänzerinnen, die den Jugendlichen höchstens ein stimmbrüchiges Kichern entlocken. „Alles, was es an Tanzvorführungen in Innsbruck gibt, erfolgt rein unter der Eigeninitiative der Beteiligten“, so Falkner. Die Damen, die sich dafür Zeit nehmen, investieren ihr eigenes Geld und ihre Zeit. Auch Herren sind beteiligt, allerdings meist nur als Trommler – an den Tanz selbst wagen sich nur die wenigsten.

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Ein Beispiel für eine Tanzgruppe, die sich regelmäßig selbst organisiert, ist die 2010 gegründete Gruppe „Adiosa“.

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Lernfreudig. Die heimische Bauchtanz-Szene ist klein, Kurse gibt es aber genug.

 

Weitere Infos

  • www.vhs-tirol.at
  • www.tanzacademy.at
  • www.uibk.ac.at/usi

„Alles, was es an tanzvorführungen gibt, passiert rein aus eigeninitiative.“

Die Möglichkeiten.

Die Entwicklungsgeschichte des Tanzes beginnt mit Folklore in arabischen Dörfern. Etwa zur Zeit des großen ägyptischen Kinos der 1950er Jahre entwickelte sich „Raqs Sharqi“ und daraus weiter der heute vielerorts unterrichtete amerikanisch-europäische Bauchtanz. Wer die Nabelschau von Profis erlernen will, hat in Innsbruck die Wahl zwischen der Volkshochschule (VHS), dem Sportinstitut der Universität (USI) und der Tanzacademy in der Museumstraße.

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Alexandra Falkner unterrichtet amerikanisch-europäischen Bauchtanz immer donnerstags an der Tanzacademy. Das Programm ist recht abwechslungsreich: ob Zimbeln, Schleier oder Stock – bleibt man lange genug beim Training, kommen alle Accessoires im Rahmen einer Choreografie irgendwann zum Einsatz. Falkner lässt ihre Schülerinnen im Mai – im Rahmen des Vortragsabends der Tanzacademy – mit einer Choreografie auftreten, natürlich auf freiwilliger Basis.

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Die Volkshochschule hat unter anderem Räumlichkeiten im Einkaufszentrum „west“, wo Karin Sellemond Bauchtanz unterrichtet. Ein besonderer Anziehungspunkt für Frauen sind auch hier die verwendeten Accessoires: Schleier oder Stock lassen sich mit etwas Kreativität sogar leicht selbst herstellen. Der Unterricht ist vom Anstrengungsniveau her durchschnittlich: Die Tänzerinnen kommen zwar ins Schwitzen, doch sind sie nicht ernsthaft in Gefahr, sich bis zur Erschöpfung zu verausgaben. An der USI, wo es für Studenten preislich günstiger ist, Bauchtanz zu lernen, unterrichtet Nadja Riedmann sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene.

Alternative Ansätze.

Wer sich weniger zutraut oder einen gänzlich anderen Ansatz ausprobieren möchte, kann sich an Anita Schreiner, die im VHS-Gebäude am Langen Weg unterrichtet, wenden. Bei ihr ist die gesamte erste Stunde jeder Einheit eine Aufwärmphase, bestehend aus Entspannungstechniken