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FEBER 2014

Verkehr

„Die offene Diskussion ist wichtig“

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe waren 2013 auf mehreren Baustellen im Einsatz, vom Betriebsgebäude bis hin zur Regionalbahn. Auch 2014 wird für die IVB ein spannendes Jahr, wie Geschäftsführer Martin Baltes im Interview erklärt.

Foto: Gerhard Berger
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Wie fällt Ihr Resümee des vergangenen Jahres aus? MARTIN BALTES: Die Bautätigkeiten konnten wie geplant frist- und kostengemäß durchgeführt werden. Das ist alles nicht selbstverständlich, da man bedenken muss, wie viele Tätigkeiten im Hintergrund – vor allem Abstimmungsprozesse – parallel zu den Bauphasen laufen. Leider sind wir 2013 in der öffentlichen Diskussion rund um die Straßenbahn etwas ins Stocken geraten, wenn man etwa an die Unruhe in der Peerhofsiedlung denkt.

 

Wie ist der Stand der Dinge beim Thema Straßen- und Regionalbahn? Wir haben nach wie vor gute Argumente, warum das Projekt erforderlich ist – und wir haben auch eine neue, verträgliche Lösung, um die Peerhöfe gut zu erschließen, ohne direkt in die Wohnsiedlungen hineinfahren zu müssen. Weitere Gespräche erwarten uns im Bereich der Reichenauer Straße und am Innrain-Terminal, im Olympischen Dorf wird es heuer auch Informationsveranstaltungen geben. Überall geht es darum, am konkreten Bauprojekt über die Umsetzung zu sprechen. Die offene Diskussion wird wichtig sein.

 

Gibt es abseits davon andere IVB-Projekte, die 2014 großen Stellenwert haben? Ja, aber keine so spektakulären. Der Betrieb der Linien C und T wird auf Gelenkbusse umgestellt. Das bedarf natürlich einiger infrastruktureller Veränderungen, damit die größeren Fahrzeuge auch problemlos unterwegs sein können. Wir hoffen, dass wir im Laufe des Sommers umstellen können. Für die Menschen, die diese Linien nutzen, wird das eine große Erleichterung, denn die Busse quellen jetzt teilweise über.

Ist eine Erhöhung der Ticketpreise geplant? Ja, die kommt jetzt ab Feber. Diese wird wie jedes Jahr im Rahmen der Kostensteigerung ausfallen. Wir arbeiten derzeit aber auch mit der Stadt Innsbruck an einer Tarifreform. Es gibt Überlegungen, die Tarife zu vereinfachen und zu verbilligen. Man muss aber erst schauen, wie das umsetzbar und vor allem finanzierbar ist.

 

Wird es attraktivere Tickets – wie jene für Senioren – auch für andere Bevölkerungsgruppen geben? Es gibt bereits attraktive Tickets für Schüler und Lehrlinge – und vonseiten des Bundes neue, steuerlich begünstigte ÖPNV-Jahrestickets für Arbeitnehmer. Manche Arbeitgeber übernehmen diese Tickets mit bis zu 100 Prozent für ihre Mitarbeiter. Wir hoffen, dass wir die Zahl unserer Partnerbetriebe weiter ausbauen können. Damit hätten auch viele Arbeitnehmer ein sehr günstiges Angebot, ein Großteil unserer Kunden ist also bereits mit günstigen Tickets unterwegs.

 

Ist der Innsbrucker ein Öffi-Fahrer? Das würde ich schon so sehen. Wir haben sehr hohe Nutzungsraten und einen großen Stammkundenanteil, 2013 konnten wir im gesamten Stadtverkehr deutliche Nachfragesteigerungen verzeichnen. Mehr als die Hälfte der Menschen, die die Innenstadt besuchen, kommen nicht mit dem Auto. Das sollte sich im Bewusstsein der Menschen widerspiegeln: Bus und Bahn zu benutzen, ist – wie das Fahrrad – keine schlechte Lösung. 

 

„Ein Mensch, der morgens reflexartig zum Autoschlüssel greift, ist für uns nicht so leicht als Kunde zu gewinnen.“

Martin Baltes

 

Ist eine Erhöhung der Ticketpreise geplant? Ja, die kommt jetzt ab Feber. Diese wird wie jedes Jahr im Rahmen der Kostensteigerung ausfallen. Wir arbeiten derzeit aber auch mit der Stadt Innsbruck an einer Tarifreform. Es gibt Überlegungen, die Tarife zu vereinfachen und zu verbilligen. Man muss aber erst schauen, wie das umsetzbar und vor allem finanzierbar ist.

 

Wird es attraktivere Tickets – wie jene für Senioren – auch für andere Bevölkerungsgruppen geben? Es gibt bereits attraktive Tickets für Schüler und Lehrlinge – und vonseiten des Bundes neue, steuerlich begünstigte ÖPNV-Jahrestickets für Arbeitnehmer. Manche Arbeitgeber übernehmen diese Tickets mit bis zu 100 Prozent für ihre Mitarbeiter. Wir hoffen, dass wir die Zahl unserer Partnerbetriebe weiter ausbauen können. Damit hätten auch viele Arbeitnehmer ein sehr günstiges Angebot, ein Großteil unserer Kunden ist also bereits mit günstigen Tickets unterwegs.

 

Ist der Innsbrucker ein Öffi-Fahrer? Das würde ich schon so sehen. Wir haben sehr hohe Nutzungsraten und einen großen Stammkundenanteil, 2013 konnten wir im gesamten Stadtverkehr deutliche Nachfragesteigerungen verzeichnen. Mehr als die Hälfte der Menschen, die die Innenstadt besuchen, kommen nicht mit dem Auto. Das sollte sich im Bewusstsein der Menschen widerspiegeln: Bus und Bahn zu benutzen, ist – wie das Fahrrad – keine schlechte Lösung. 

 

Zuletzt war zu hören, dass ein öffentliches Fahrradverleihsystem angedacht ist. Das wird im Frühjahr kommen. Das System ist bereits ausgewählt. Wir sind nun in der Planung der letzten Details, versuchen gerade noch einige Standorte abzuklären. Es wird gestaffelte Tarife geben, für eine gewisse Zeit wird die Nutzung gratis möglich sein. Es wird auch Vorteile für IVB-Kunden geben, die sonst viel mit Bus und Bahn unterwegs sind.

 

Ist das nicht gegen das eigene Geschäft? Ich sehe das nicht als Konkurrenz. Ein Mensch, der morgens reflexartig zum Autoschlüssel greift, ist für uns nicht so leicht als Kunde zu gewinnen. Leichter fällt das mit jemandem, der viel Fahrrad fährt und sich Gedanken macht, wie er seine Mobilität alternativ zum Auto bewältigen kann. Radfahrer und Fußgänger sind deshalb eine wichtige Zielgruppe für uns.

 

Wie sieht es in puncto WLAN in Bussen und Bahnen aus? Wir sind schon länger am Testen und wollen dieses Jahr einen Großteil unserer Fahrzeuge damit ausstatten. Zunächst werden wir die Trams und schrittweise auch die neuen Busse mit WLAN ausrüsten.

 

Vielen Dank für das Gespräch.