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APRIL 2014

Kolumne

Zuckerlschieben

Popkultur und was sonst noch zu sagen ist

S

eit Quizduell ist es also endlich cool, umfassend gebildet zu sein (oder jede Kategorie zumindest so oft gespielt zu haben, dass man sich die Antworten gemerkt hat). Gut, dann bleiben wir gleich dabei und erlösen auch Candy Crush von seinem schlechten Image. Schließlich haben das Herumschieben von Zuckerln und das Zersprengen von Gelee ja auch einiges mit Konzentrationsfähigkeit, Schnelligkeit und logischem Denken zu tun.

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Das redet man sich zumindest ein, wenn man sich freut, dass man über Nacht wieder fünf Leben bekommen hat und in der Früh im Bus vielleicht doch endlich das verflixte Level mit den Haselnüssen und Kirschen schafft. Wer jetzt Bahnhof versteht, denkt sich wahrscheinlich: Was ist denn das für ein kindischer Blödsinn.

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Sieht man sich an, wie viele Millionen Menschen täglich Casual Games wie Quizduell oder Candy Crush spielen, ist es schwer, das Phänomen als „kindischen Blödsinn“ abzutun. Diese Spiele prägen unsere Generation, denn heutzutage wird immer vernetzt gespielt, Ergebnisse werden auf Facebook veröffentlicht, beim Quizduell fordert man seine Freunde gezielt heraus. 

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Außerdem sind Smartphone-Games ein Milliardengeschäft. Bei Quizduell zahlt man einmal eine kleine Summe, um die lästigen Werbeeinschaltungen loszuwerden. Bei Candy Crush wird man zum Verzweiflungskäufer: Immer, wenn man ganz nahe am Ziel ist und nur noch ein paar Spielzüge oder einen Booster braucht, kommt die Versuchung, sich mit 89 Cent im iTunes-Store den nötigen kleinen Helfer zu erkaufen. Ein brillantes System, diese Zuckerschieberei.

Sieht man sich an, wie viele Millionen Menschen täglich Casual Games wie Quizduell oder Candy Crush spielen, ist es schwer, das Phänomen als „kindischen Blödsinn“ abzutun.