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APRIL 2014

Musik

Heiss ersehnt

Bei der letzten Staffel von „The Voice of Germany“ war auch eine Tirolerin mit dabei: Sara Koell. Mit 6020 spricht die 23-Jährige über das Erlebnis Castingshow, wie es weitergeht und warum sie sich „in den Hintern beißt“.

Foto: Martin Lugger

 

A

llein schon wegen ihrer blauen Augen bleibt einem Sara Koell im Gedächtnis. Die gebürtige Osttirolerin sticht aber auch anderweitig heraus: Sara Koell ist die bisher einzige Tirolerin, die es in die Live-Shows der Castingshow „The Voice of Germany“ geschafft hat. Geklappt hat es allerdings erst beim zweiten Versuch. Schon 2012 war Sara bis in die sogenannten „Blind Auditions“ gekommen, konnte dort allerdings aufgrund einer vorhergegangen Blinddarmentzündung nicht ihre beste Leistung zeigen: „Ich war einfach viel zu schwach, Alec von The BossHoss hat dann gemeint, ich soll noch mal kommen.“ Genau das hat sie 2013 gemacht.

 

Battles und Steal Deals.

Der Weg ins TV-Studio war lang: Nach nicht weniger als sechs Auswahlrunden in München und Berlin war die 23-jährige Wahl-Innsbruckerin – wieder – in den „Blind Auditions“. Als eine von 140 Stimmen. Gleich drei der vier Juroren fanden Saras Stimme dann so gut, dass sie auf den berühmten roten Knopf drückten. Ironischerweise hatte sich nur Saras erklärter „Wunsch-Coach“, der Rapper Max Herre, nicht sofort in ihre Stimme verliebt. Also entschied sie sich für The BossHoss. In den ersten „Battles“ entschieden sich ihre Coaches aber für Sarahs Gegnerin. Durch einen „Steal Deal“ blieb ihr das sofortige Ausscheiden erspart: So wurde Max Herre schlussendlich doch noch Saras Coach.

Samu vs. Max.

Aber nicht nur Herre, sondern auch „Sunrise Avenue“-Frontmann Samu Haber hätte Sara gerne in sein Team gestohlen: „Im Nachhinein beiße ich mir schon in den Hintern, dass ich nicht zu Samu gegangen bin. Einerseits, weil er ein richtig cooler Typ ist, andererseits, weil ich bei ihm vielleicht noch weiter gekommen wäre.“ Saras Ausscheiden in der darauffolgenden Runde verstanden weder die anderen Coaches, noch das Publikum.

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Heute zeigt sich die Osttirolerin  aber zufrieden. In der nächsten Runde wäre sie auf den späteren Sieger, die Superstimme Andreas Kümmert, getroffen. „Da hätte ich sowieso keine Chance gehabt. Andreas spielt in einer anderen Liga. So war es ein cooler, lockerer Abgang.“

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Eigentlich hatte sich die ausgebildete Lehrerin geschworen, nie bei einer TV-Castingshow teilzunehmen. Das Format „The Voice of Germany“ überzeugte sie aber: „Es hat mich einfach interessiert, ob meine Stimme ankommt. Bei ‚The Voice’ geht es zuerst nur um die Stimme. Die Leute haben oft viele Vorurteile, reduzieren auf Äußerlichkeiten und stecken andere in eine Schublade."

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Der Blick ins Innere des Musikbusiness war für die 23-Jährige hart, aber erkenntnisreich: „Es war eine Erfahrung fürs Leben und hat mir auch viel mediale Aufmerksamkeit in der Heimat gebracht. Aber man muss schon ganz schön ‚zach’ sein, um in dieser Branche bestehen zu können.“

ABOUT

 

Name: Sarah Köll

Künstlername: Sara Koell – „das ‚h’ habe ich weggelassen,
damit der Name kürzer wird, mit dem ‚ö’ im Namen Köll
wäre es international schwierig geworden.’

Geburtsdatum: 22. Mai 1990

Beziehungsstatus: glücklich vergeben

Heimatort: Matrei in Osttirol

Bands: skp & Sara Koell Band

Aktuelle CD: „N.I.M.B.Y (Not In My Backyard)“ mit „skp“

 

Den nächsten Auftritt in Innsbruck gibt es am 18. Juli im Treibhaus.