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APRIL 2014

Aktiv

Im Laufschritt

Ob gemütliche Kreise am Inn oder zielgerichtet zum Marathon –
bei 283 beschilderten Streckenkilometern ist die Stadt ein wahres Paradies für Läufer. Wir haben uns die Innsbrucker Laufszene genauer angeschaut.

Fotos: Emanuel Kaser, Franz Oss, Robert Parigger
W

enn es Frühling wird, kribbelt es auch den bewegungshungrigen Innsbruckern wieder zwischen den Zehen. Runter vom Laufband und rein in die Natur lautet das Motto, vor allem, wenn man an einem sonnigen Tag auf die Innpromenade blickt. Wa-rum auch nicht: Laufen macht glücklich, gesund, schlank und nach Erkenntnissen der Uniklinik Ulm sogar schlau. Viele gute Gründe also, um sich anzusehen, welchen Stellenwert der wohl natürlichste Sport überhaupt in Innsbruck genießt. 

Schuhwerk plus Einstellung.

Damit wirklich alles rund läuft und keine Gefahr besteht, der eigenen Gesundheit langfristig gesehen sogar zu schaden, sollten vor allem Neo-Jogger ein paar grundlegende Dinge beachten. Für „Innsbruck Läuft“-Gesamtkoordinator Michael Wanivenhaus steht die Wahl des optimalen Laufschuhs ganz oben auf der Liste. „Da jedes Paar Füße seine ganz speziellen Eigenheiten hat, gibt es kein ‚Standardmodell’.“ Deshalb sollte man sich im Vorfeld gut informieren und auch beraten lassen, um später dann sprichwörtlich auf Wolken zu laufen. Ab etwa 100 Euro findet man die geeigneten Schuhe – nach einem „bewegten“ Jahr sollte man, den Gelenken zuliebe, Neue besorgen. Abseits von Passgenauigkeit und Funktionalität als wichtigste Kriterien sei auch das Design der Schuhe „offenbar wichtiger geworden“, weiß Wanivenhaus mit einem leisen Schmunzeln zu berichten. Für den restlichen Körper ist Funktionskleidung gefragt, welche nach dem Zwiebelprinzip, also (temperaturabhängig) in mehreren Schichten übereinander angezogen wird.

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Abseits vom geeigneten Equipment, das neben der Bekleidung auch verschiedene Lauf-Apps umfassen kann, muss vor allem die Einstellung passen. Hier lautet die oberste Prämisse: „Zeit lassen und auf seinen Körper hören.“ 

 

 

Sich zu schnell zu hohe Ziele zu setzen, sei ebenso kontraproduktiv, wie gleich am Anfang Limits austesten zu wollen. Den eigenen Rhythmus finden ist entscheidend, so Michael Wanivenhaus: „Lieber drei- bis viermal pro Woche eine halbe Stunde gemütlich laufen, als sich nach dem ersten Mal nicht mehr bewegen zu können.Das Tempo sollte dabei grundsätzlich so gewählt werden, dass man noch reden kann oder könnte. Gerade Einsteiger dürfen auch Gehpausen einlegen.“ Sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun und gemeinsam zu joggen, sorge übrigens genauso für nachhaltige Motivation wie fixe Trainingszeiten, die keiner Ausrede standhalten.

Eine dynamische Stadt.

Was die allgemeine Entwicklung der Hobbyläuferszene in Innsbruck betrifft, so sieht Michael Wanivenhaus große Fortschritte: „Tirol ist generell ein ganz sportliches Bundesland. Dieser Trend hat sich mit der Zeit enorm verstärkt. Immer mehr Leute gelangen zu der Erkenntnis, dass ihnen Laufen richtig gut tut.“ Im Wettkampfbereich sind zwar immer noch Männer klar in der Überzahl – ansonsten aber die Frauen auf der Überholspur. Nach der Eltern- und Großelterngeneration haben mittlerweile ebenso viele junge Menschen den Sport für sich entdeckt. 

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Wenngleich diese Form der Bewegung kein Alterslimit kennt, habe sich die praktische Ausübung doch sehr „nach vorne verschoben“. Ob als Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden, „just for fun“ oder aus sportlichem Ehrgeiz – die Motive könnten unterschiedlicher nicht sein. Selbst wenn Antriebe und Anlässe differieren, muss man aber doch nicht zwangsläufig auf Gesellschaft verzichten. Dabei sind es vor allem die Lauftreffs, die sich nicht nur in Innsbruck immer größerer Beliebtheit erfreuen. 

 

 

 

 

„Der tipp für Anfänger: Zeit lassen und auf den Körper hören“

Michael Wanivenhaus

innsbrucks läufer im Kurzinterview

 

MARTIN BALTES, Geschäftsführer IVB

 

Seit wann laufen Sie? Seit 30 Jahren.

 

Wie oft und wann? Vier- bis fünfmal pro Woche, meistens in der Früh.  

 

Welchen Stellenwert hat das Laufen für Sie? Laufen bedeutet Zeit für mich und ich kann das Laufen gut für meine Gesundheit brauchen. 

 

Wo laufen Sie am liebsten? Meine Lieblingsstrecke ist die zwischen meiner Wohnung und meinem Büro. 

 

Nehmen Sie heuer an einer Laufveranstaltung teil? Ich laufe gerne und viel, aber am liebsten alleine.

innsbrucks läufer im Kurzinterview 

 

WALTRAUD STAUDIGL, Pensionistin 

 

Seit wann laufen Sie? Seit etwa zehn Jahren.

 

Wie oft und wann? Vor Wettkämpfen zwei- bis dreimal in der Woche, vormittags oder am späteren Nachmittag.

 

Welchen Stellenwert hat das Laufen für Sie? Die Freude an der Bewegung. Laufen ist jederzeit und immer möglich, es ist befreiend, ich nehme die Natur wahr und komme zufrieden nach Hause. 

 

Wo laufen Sie am liebsten? Am Waldrand, auf Wiesen und am Fluss entlang.

 

Nehmen Sie heuer an einer Laufveranstaltung teil? Ich nehme am Stadtlauf teil, am Ruetz-Lauf, am Frühlingslauf, am Innsbrucker Stadtlauf ...

innsbrucks läufer im Kurzinterview

 

EVA ACHBERGER, Studentin

Seit wann laufen Sie? Schon seit einigen Jahren immer bei Lust und Laune, und seit etwa sechs Wochen etwas regelmäßiger und häufiger. 

 

Wie oft und wann? Momentan etwa zwei- bis dreimal pro Woche, meist abends.

 

Welchen Stellenwert hat das Laufen für Sie? Das Laufen bzw. die Bewegung im Allgemeinen tut mir einfach gut. Einerseits merke ich, dass sich das Laufen sehr positiv auf meine Stimmung auswirkt, andererseits kann ich dabei so richtig vom Alltag abschalten. Und außerdem liebe ich die Herausforderung und gehe gerne an meine Grenzen.

 

Wo laufen Sie am liebsten? Momentan laufe ich meist am Inn entlang, das ist unkompliziert und ich kann auch unterwegs noch entscheiden, wie weit ich laufe. Ansonsten laufe ich gerne auf Waldwegen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe, denn umso natürlicher der Untergrund, desto angenehmer und gleichzeitig herausfordernder ist das Laufen für mich.

 

Nehmen Sie heuer an einer Laufveranstaltung teil? Ja, beim Frühlingslauf Anfang April bin ich sicher dabei. Und auch den Stadtlauf werde ich mir dieses Jahr nicht entgehen lassen!