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DEZEMBER 2013

Aktiv

Hab ich selbst gemacht

Wer auf und abseits der Piste King (oder Queen) ist, träumt vom perfekt abgestimmten Ski. In der SPURart-Werkstatt in Hötting kann man sich diesen Traum mit selbstgebauten Custom-Ski und -Snowboards erfüllen.

Fotos: Gerhard Berger
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sche, Vollholz. Etwas anderes kommt für die SPURart-Skibauer nicht in Frage. Sie ist in ihrer Höttinger Werkstatt Ausgangspunkt aller Bemühungen, sie hat die ganz spezifischen Eigenschaften, auf die man hier setzt: lange Holzfasern, die Elastizität, Haltbarkeit und hohe Rückstellkräfte garantieren. Und aus ihr bauen in den Wintermonaten jede Woche acht Begeisterte während eines SPURart-Workshops ihre ganz individuellen Bretter: den konkurrenzlosen Race-Carver, den passgenauen Pistenski, den unvergleichlichen Tourenski, die ureigene Freeride-Lanze oder das Splitboard-Unikat. Dort, wo die Skiindustrie in großen Auflagen mit vorgegebenen Formen presst, arbeitet man in Hötting mit einem Vakuum-Verfahren, das echte Individualität erst ermöglicht. Vorspannung, Taillierung, Design: Das sind nur einige der Parameter, die problemlos den Vorstellungen der Workshopteilnehmer angepasst werden können.

Seit 2011 aktiv.

SPURart wird von einer Achter-Gruppe von Wintersportbegeisterten geführt, die ihrer Skibau-Leidenschaft schon das dritte Jahr nachgehen. Wurde 2011 noch in der Bäckerei in der Dreiheiligenstraße gefräst und gebaut, hat man seit 2012 im sogenannten „Bäckerei-Hinterstübchen“ an der Ecke Riedgasse/Höttingergasse eine neue Bleibe gefunden. Hier sind in der 400 Quadratmeter großen Gemeinschafts-Werkstatt nicht nur die SPURart-Leute am Werken, sondern auch die Handwerker der Bäckerei und zwei unabhängige Schreiner.

Hab ich selbst gemacht

Michael Freymann (li.) und Paul Bartholomew bei der Endkontrolle eines SPURart-Ski

Hab ich selbst gemacht
Hab ich selbst gemacht
Hab ich selbst gemacht

Ein Grinsen im Gesicht.

Und hier beginnen die Wochenend-Workshops in der Wintersaison jeweils am Freitag um 18 Uhr und enden am Sonntag gegen 16 Uhr. Am Ende stehen dann alle Teilnehmer gleich da: In der Hand die fix und fertigen Ski oder das Board, im Gesicht das ungläubige Grinsen, weil man es ganz alleine geschafft hat. 690 Euro kostet so ein Wochenende, der Preis beinhaltet alle notwendigen Materialien bis hin zum Spezialbelag sowie die Anleitung und Unterstützung beim Bau. Dazu kommen noch 40 Euro für den perfekten Race-Schliff der Kanten. Wer noch etwas tiefer in die Taschen greifen kann, hat die Möglichkeit, die eigene Skikreation mit optischen Add-Ons weiter zu verfeinern: Eine Vielzahl von Holz-Furnieren oder bedruckte, harzaufnehmende Spezialstoffe mit eigenen Grafik-Designs bieten sich an.

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Insgesamt bewegt man sich dann mit seinen Brettln „Marke Eigenbau“ in einem finanziellen Bereich, den der Sportfachhandel für hochwertige Ski-Linien reserviert hat. Dessen ungeachtet ist die Nachfrage nach SPURart-Workshops groß, für den Dezember sind schon fast alle Plätze ausgebucht. „Handcrafted in Innsbruck“: Dieser Slogan zieht.