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DEZEMBER 2013

Bildung

Ende einer Ära

Im traditionsreichen Ursulinen-Gymnasium brechen neue Zeiten an: Ab dem kommenden Schuljahr können auch Buben die Schule besuchen. 6020 hat mit dem neuen Direktor Georg Klammer gesprochen.

Interview: Lisa-Maria Insam
Foto: Emanuel Kaser
6020:

Wie kam es zur Entscheidung, künftig nicht nur Mädchen zu unterrichten? GEORG KLAMMER: Das Thema diskutiert man ja schon mehrere Jahre. Einerseits hat die Entscheidung damit zu tun, dass wir mit der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs seit zwei Jahren einen neuen Schulerhalter haben. Andererseits wohl auch mit meiner Person.

 

Sie sind also ein Verfechter des neuen Konzepts? Ja, ich habe schon im letzten Jahr mit dem Schulerhalter gesprochen und gemerkt, dass sich unsere Vorstellungen in Bezug auf Koedukation (gemeinsamer Unterricht von Mädchen und Buben, Anm.) decken.

 

Was erwarten Sie sich? Zunächst einmal die Erfüllung vieler Elternwünsche. Wir möchten eine Lücke im Bildungsangebot in Innsbruck

schließen, weil es derzeit für Buben keine katholische Privatschule gibt.

 

Die Ursulinen waren immer besonders gut in den naturwissenschaftlichen Fächern. Woran liegt das? Es gibt wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass Mädchen in naturwissenschaftlichen Fächern besser abschneiden, wenn sie ohne Buben unterrichtet werden – da wird was dran sein. Wir bleiben sicher auch in einigen Bereichen monoedukativ, weil ich davon ausgehe, dass uns die Buben vor allem in den Anfangsjahren nicht gerade die Türen einrennen werden.

 

Wie ist die Stimmung an der Schule? Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, aber ich glaube, dass der Großteil des Lehrkörpers die Entwicklung durchaus positiv sieht. Wir sind zum Glück nicht in der Situation, dass wir aufgrund sinkender Schülerzahlen so entscheiden

Ursulineninterview 1

Befürworter: Direktor Georg Klammer will eine gemischte Schule.