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DEZEMBER 2013

Interview

"Nach Hause kommen"

Im Fernsehen sieht man Alfred Dorfer nur mehr selten – dafür tourt er fleißig durch den deutschen Sprachraum. Am 13. Dezember gastiert er wieder einmal im Treibhaus und gibt sein Programm „bisjetzt“ zum Besten.

Interview: Barbara Wohlsein
Foto: Hubert Mican, Robert Peres
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Vor genau drei Jahren feierte „bisjetzt“ in Innsbruck Premiere. Wenn ich damals dabei war – lohnt es sich, das Programm trotzdem noch einmal zu sehen? ALFRED DORFER: Durchaus, da es ja jeden Abend einen Improvisations-Anteil gibt und sich „bisjetzt“ im Laufe der Zeit verändert hat.

 

Mit dem Treibhaus und Norbert Pleifer verbindet Sie eine lange Freundschaft. Ja, seit 1985, damals gastierten wir noch im alten Treibhaus. Für mich ist das neue Haus, auch dank Norbert und seinem Team, nicht nur ein Spielort. Jeder Besuch ist auch eine Art Nach-Hause-Kommen.

 

Sie sind derzeit viel in Deutschland und in der Schweiz unterwegs. Geht bei dem Bemühen, Dialekt und Sachverhalte zu „übersetzen“, nicht einiges an Spontaneität verloren? Nein, durch die Reduktion des Dialekts

 

geht nicht allzu viel verloren. Meine Programme leben ja nicht hauptsächlich davon. Mir geht es eher darum, eine Geschichte zu erzählen, die überall verstanden wird, ungeachtet meiner geographischen Herkunft.

 

Anders gefragt: Ist es schön bzw. anders, zwischendurch auch mal wieder in Österreich zu spielen? Natürlich freut es mich immer wieder, daheim aufzutreten, besonders in den Bundesländern außerhalb Wiens.

 

Drei Jahre nach dem letzten „Donnerstalk“ – hätten Sie manchmal noch gerne die Möglichkeit, tagespolitische Ereignisse im Fernsehen zu kommentieren? Nein, das ist vorbei, es waren acht lange, feine Jahre, die ich nicht missen möchte. Aber da ich noch immer wöchentlich für „Die Zeit“ meine Glosse verfasse, gibt es dazu ja noch die Möglichkeit.

Alfreddorfer 3

Alfred Dorfer: „Fad wird mir nicht. Ich habe ein Theaterstück geschrieben, unterrichte auf der Uni in Graz und bereite eine Solo-Version von ‚fremd’ vor.“

 

Geht es Ihnen auch so, dass Sie bei manchen „Zeit im Bild“-Szenen automatisch „maschek“ im Ohr haben? Schwer möglich, da ich „Zeit im Bild“ nicht anschaue.

 

Was machen Sie, wenn Sie nicht mit „bisjetzt“ touren? Ich habe ein Theaterstück geschrieben, unterrichte auf der Uni in Graz und bereite eine Solo-Version von „fremd“ vor. Fad wird mir also nicht, zum Glück.

 

Ihre Kollegen Stermann und Grissemann sind gefühlt in jedem zweiten TV-Werbespot zu sehen. Wurden Sie von der Werbebranche auch schon angesprochen? Vielleicht brauchen die Kollegen einfach Geld für ihre Hobbys.