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DEZEMBER 2013

Theater

Bühne frei

Seit einem Jahr gibt es das Freie Theater Innsbruck in der Wilhelm-Greil-Straße. Der Start war holprig, nun wird ein neuer Leiter gesucht. Die Beteiligten bleiben jedoch optimistisch.

Foto: Emanuel Kaser
I

m Eingangsbereich des Audioversum, in dem das Freie Theater Innsbruck seit einem Jahr zwei Theaterräume bezieht, herrscht an diesem Novembernachmittag ruhiger Betrieb. Im Café sind nur wenige Tische besetzt. Auf einem sitzen Stefan Raab und Daniel Dlouhy, die ihre Besprechung mit Papier und Computer vom Büro ins Erdgeschoß verlegt haben. Der Kaffee ist ausgetrunken, das Programm für 2014 beinahe vollständig. Um die Auslastung des Spielplans scheint es gut zu stehen. Es herrscht eine gelöste Stimmung, trotz der öffentlichen Kritik, die in Bezug auf das Freie Theater Innsbruck immer wieder laut wird.

Budget und Ausrichtung.

Das Freie Theater Innsbruck gibt es seit genau einem Jahr. Die erste Spielzeit brachte das Theater nicht ohne Sorgen über die Bühne. Ein Stück musste gleich zu Beginn aufgrund finanzieller Schwierigkeiten abgesagt werden. Nach nur wenigen Monaten verließ Mitbegründer und Vorstandsmitglied Florian Eisner das Haus. Zu wenig professionell war ihm die Ausrich-

tung, zu beliebig die Auswahl experimenteller und moderner Theaterstücke. Dass die Situation bis heute schwierig ist, liegt jedoch nicht nur an der Streitfrage, was modern ist und was nicht. Zum Großteil sind es vor allem strukturelle Vorgaben, die die gewünschten Gestaltungsmöglichkeiten einschränken. Mit einer Subvention in der Höhe von 40.000 Euro, mit der der Verein derzeit von der Stadt und dem Land unterstützt wird, kann eine Intendanz nicht finanziert werden – somit ist es auch schwierig, eine künstlerische Leitung zu etablieren. Auch hauseigene Produktionen sind im Budget nicht enthalten.

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Die Programmierung des Freien Theaters entsteht durch eingereichte Stücke, die von einem ehrenamtlich agierenden Vorstand, bestehend aus fünf Personen, ausgewählt werden. Ein Drittel des Spielplans wird vom Beirat „Vorbrenner“ angeregt und initiiert. Dabei handelt es sich um eine experimentelle Plattform, die von Daniel Dlouhy koordiniert wird.

Bühne frei

„Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Richtung beibehalten wird und dass es keinen Druck gibt, Quote zu machen.“

Stefan Raab