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DEZEMBER 2013

Kolumne

Blick von außen

Manchmal würde ich gerne Gast in Innsbruck sein.

I

rgendwie beneide ich sie, unsere Gäste, wie sie alle herumstehen an den unpassendsten Plätzen, gerne mitten auf der Straße oder schön breit am Gehsteig, und hinaufstarren auf die Nordkette, so als würden sie es nicht glauben können, dass das da oben echte Berge sind. Mit echtem Schnee drauf. Ich würde auch gerne wieder einmal zusammenzucken und furchtvoll nach oben schauen, wenn ein Flugzeug im Landeanflug (gefühltermaßen) haarscharf über die Dächer der Innenstadt fliegt. (Das ist übrigens der ultimative Einheimischen-Test – wer zuckt und schaut, ist nicht von hier.) Ich würde dann auch voll staunen, dass es hier einen Primark und einen Cos gibt, und einen Kiehl’s und einen Lush, nur dass da dazwischen kein Starbucks steht, würde ich irgendwie unlogisch finden, den gibt’s doch sonst überall. 

Der ultimative Einheimischen-Test – wer zuckt und schaut, ist nicht von hier.

 

Ein paar coole Clubs würde ich auch finden, dankbar wäre ich für den Tipp, dass die besten Partys in Innsbruck an wechselnden Plätzen stattfinden und man aufhorchen sollte, wenn irgendwo die Rede von Bonanza oder Schischi ist. Von einer gewissen Bäckerei würde ich wohl auch immer wieder hören. Die würde ich dann suchen und finden, und dann wäre mir auch gleich klar, dass es sich dabei nicht um ein Brotfachgeschäft, sondern um eine verdammt lässige Location handelt, die man so in Innsbruck nicht vermuten würde. Dann würde ich wieder nach Hause fahren und mich wundern, wieso die Innsbrucker selbst nie hinaufschauen zu den Bergen und den Fliegern. Vielleicht blendet es zu sehr.